Umschuldung und Tilgungsstreckung

Unter einer Umschuldung wir die Aufnahme eines neuen Kredits verstanden, mit dem ein alter, meist teurer Kredit abgelöst werden kann. Eine Umschuldung rentiert sich allerdings nur, wenn sich der Restbetrag des alten Kredites mindestens im vierstelligen Bereich befindet.


Dann ist die Laufzeit des alten Kredites noch lange genug, sodass sich eine Umschuldung durch einen neuen Kredit mit günstigeren Konditionen lohnt und dadurch eine hohe Ersparnis erwartet werden kann. Für geringe Geldbeträge, wie beispielsweise die letzten Raten eines auslaufenden Ratenkredites, lohnt sich der Aufwand einer Umschuldung nicht.

Durch eine Umschuldung kann beispielsweise ein teurer Dispokredit oder ein Ratenkredit mit sehr hohem Zinssatz, der auf die ganze Laufzeit festgelegt ist, durch einen günstigeren Kredit abgelöst werden. 
Wer eine Umschuldung eines laufenden Kredits vornehmen möchte, der sollte grundsätzlich vorsichtig sein: Scheinbar günstige Kredite enthalten in manchen Fällen Klauseln, welche die tatsächlichen Kosten des Kredits verschleiern, sprich den neuen Kredit schönreden. Klären sie zudem zuerst, ob eine vorzeitige Kündigung des alten Kredits möglich ist.

Manche Kreditgeber schreiben eine bestimmte Laufzeit vor, ohne die Option einer vorzeitigen Abbezahlung des Kredits anzubieten. Des Weiteren sind bei der Ablösung des alten Kredits oft zusätzliche Gebühren fällig. Studieren Sie deshalb ihren bestehenden Kreditvertrag sorgfältig.

Tilgungsstreckung

Von einer Tilgungsstreckung ist die Rede, wenn die Zeit der Tilgung bzw. die Laufzeit eines Kredits verlängert wird. Auf diese Weise kann die monatliche Belastung zwar reduziert werden, aber dafür wird die Laufzeit des Kredites erhöht. 
Des Weiteren kann ein Abgeld vereinbart werden. Dadurch wird bei der Auszahlung des Darlehens ein um das Abgeld ermäßigter Betrag ausgezahlt. Eine hieraus entstehende Finanzierungslücke lässt sich mit einem Zusatzdarlehen zur Finanzierung des Damnums ganz oder teilweise schließen. 

Dieses sogenannte Tilgungsdarlehen wird dann aber zuerst getilgt, währenddessen das Hauptdarlehen in der Zeit der Tilgung des anderen Darlehens tilgungsfrei bleibt. So kommt es zu einer Tilgungsstreckung

Grundsätzlich folgt auf eine Verlängerung der Laufzeit meist eine Zinserhöhung, womit das Darlehen letztendlich teurer wird. Anderseits ist bei der Tilgungsstreckung wieder vorteilhaft, dass durch die geringere monatliche Belastung die vorläufige Liquidität steigt. 

Da sich ein Kredit durch Tilgungsstreckung verteuert, sollte man Vor- und Nachteile vorher genau abwägen, damit die tatsächlich machbare Variante oder aber die kostengünstigere gewählt wird.