Privatinsolvenz – Weg aus den Schulden

Eine Privatinsolvenz ist nicht so schlimm, wie viele darüber sprechen. Im Gegenteil, für den Schuldner bietet sie nur Positives. Am Anfang gibt es viel Arbeit mit Rechnungen sortieren, auflisten und zusammen setzen. Aber der Aufwand lohnt sich. Eine Privatinsolvenz kostet für eine Privatperson, im Gegensatz zu den angehäuften Schulden, nicht viel Geld und man wird vom deutschen Staat gut unterstützt.


So eine Privatinsolvenz kann man bei der Diakonie kostenfrei, mit langer Wartezeit, durchführen. Eine andere Möglichkeit bietet ein Rechtsanwalt für Insolvenzrecht.
Allerdings kostet dieser nur 10 Euro da man sich einen Rechtsberatungsschein beim örtlichen Amtsgericht holen kann. Die Voraussetzung für den „Helferschein“ ist ein geringes Einkommen.

Nach den ganzen Auflistungen und der Arbeit mit den Papieren dauert es etwa ein halbes Jahr bis der Antrag für eine Privatinsolvenz vom Gericht offiziell abgesegnet wird. In der Zwischenzeit, wenn ein Gerichtsvollzieher vor der Türe stehen sollte, zeigt man Gläubigern die Kopie des Antrages der Privatinsolvenz und schon dürfte das Thema erst einmal erledigt sein. Mit dem Bescheid über den Antrag der Privatinsolvenz sind denen die Hände gebunden.

Sobald der Gerichtsbeschluss per Post im Briefkasten liegt, das die Privatinsolvenz beschlossen ist kann man aufatmen und es beginnt die Ruhephase. Die Forderungen per Post und Telefon werden immer weniger und mit der Zeit bleiben sie gänzlich aus. Somit kommt ab diesem Zeitpunkt auch kein Gerichtsvollzieher mehr der Altschulden einfordert. Das ganz normale Leben beginnt wieder ohne täglichen Ärger. Es hat natürlich auch seine Nachteile. Wenn man eine Privatinsolvenz hat, kann man keine Günstige Kredite, Käufe auf Rechnungen und Finanzierungen mehr abschließen. Auch ein Handyvertrag wird äußerst schwierig zu bekommen sein. Ab dem Zeitpunkt des Beginns kann man 7 Jahre lang nur noch alles bar kaufen und bezahlen. Nach dieser Zeit hat man aber wieder eine „weiße“ Weste und ist komplett schuldenfrei. Klar, man muss in diesen 7 Jahren einige Dinge beachten, aber es lohnt sich und ist nicht weiter schlimm. Zum ersten dürfen keine neuen Schulden gemacht werden. Jeder Umzug und Änderung des Einkommens müssen sofort vorgelegt werden.

Bei einer Privatinsolvenz bleibt monatlich nicht das komplette Gehalt sondern nur die individuell
festgelegte Pfändungsfreibetrag, aber die Belastung ist viel weniger. Alles was darüber hinaus verdient wird fällt den Schuldnern zugute. Sollte im Lotto gewonnen werden oder ein Erbe anfallen, müssen davon die kompletten Schulden bezahlt werden. Nach Beendigung des Zeitraumes von 7 Jahren in der Privatinsolvenz, ist der Nutzer schuldenfrei.